Auf meinem Teller, ihr Territorium
Menschenrechtsbildung durch globale Ernährung
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe sollen den Weg ihrer Nahrung bis zu den produzierenden Gemeinschaften im peruanischen Amazonas zurückverfolgen können. Durch partizipative Workshops, eine digitale Bildungsplattform und einen virtuellen Austausch mit peruanischen Schülerinnen und Schülern entwickeln junge Menschen ein kritisches Verständnis der Zusammenhänge zwischen Konsum, Menschenrechten und Ernährungsgerechtigkeit.
Warum dieses Projekt
Dieses Projekt bittet junge Menschen in Frankreich nicht, sich für eine ferne Sache zu engagieren: Es zeigt ihnen, dass sie bereits Akteure sind, durch ihre tägliche Ernährung, in einem System, das unmittelbar die Rechte produzierender Gemeinschaften am anderen Ende der Welt betrifft. Es geht nicht um Solidarität, sondern um Bewusstsein.
Jeden Tag konsumieren junge Menschen in Frankreich Lebensmittel, deren Produktionskette weitgehend unsichtbar bleibt: der Kakao in ihrer Schokolade, die Soja, das Palmöl in ihren industriellen Snacks, der Kaffee zum Frühstück. Diese Unsichtbarkeit hält ein Diskurs aufrecht, der die Ausbeutung indigener Länder und Kulturen zur Versorgung europäischer Märkte naturalisiert.
Die Achuar-, Kukama- und Shipibo-Konibo-Völker Perus erleben eine doppelte Ernährungskrise, die wir bei unseren Feldbesuchen aus erster Hand feststellen konnten: Ihre Flüsse und Wälder werden durch Extraktivismus in globalen Lieferketten geschädigt, und bei der Migration in Städte verlieren sie oft den Zugang zu ihrer traditionellen Ernährung.
Inwiefern dieses Projekt Menschenrechtsbildung ist
Unsere Schulworkshops sind Teil eines Ansatzes der Menschenrechtsbildung (MRB): Bildung ÜBER Menschenrechte (Ernährungs- und Kulturrechte, anerkannt durch ILO-Konvention 169 und die UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker), DURCH Menschenrechte (aktive und partizipative Methoden, direkte Stimme der Gemeinschaften) und FÜR Menschenrechte (Entwicklung der Fähigkeit, als kritische Verbraucher und engagierte Bürger zu handeln).
Ein Ansatz, der vom Feld aus aufgebaut ist
Dieses Projekt stützt sich auf direktes Wissen über das amazonische Territorium, das durch Feldbesuche mit Achuar-, Kukama- und Shipibo-Konibo-Gemeinschaften erworben wurde, sowie auf zertifizierte Erfahrung in schulischer Animation (WUS / Grenzenlos Globales Lernen, Deutschland) und digitale Kommunikation.
Was wir anbieten

Dreistündige partizipative Workshops an weiterführenden Schulen, die vom Teller der Schülerinnen und Schüler aus zu den produzierenden Gemeinschaften zurückführen.

Authentische Videozeugnisse, direkt bei Achuar-, Kukama- und Shipibo-Konibo-Gemeinschaften mit ausdrücklicher Einwilligung gesammelt.

Interaktive digitale Quiz vor/nach dem Workshop, um die Entwicklung der Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler zu messen.

Eine frei zugängliche digitale Bildungsplattform (interaktive Module, Karten, untertitelte Videos), veröffentlicht unter Creative-Commons-Lizenz.

Ein authentisches virtuelles Treffen mit Schülerinnen und Schülern der École I.E. N°60112 San Pablo de Cuyana (Río Nanay, Loreto, Peru).
An wen sich dieses Projekt richtet
Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen in Frankreich (Ziel: 150 bis 300 Schülerinnen und Schüler in 18 Monaten, in 4 bis 6 Einrichtungen, mit Priorität für REP/REP+-Schulen), sowie Lehrkräfte, die in der eigenständigen Nutzung der erstellten Ressourcen geschult werden.
Projektphasen
Entwicklung von Inhalten und digitalen Tools
Finalisierung der Videozeugnisse, Erstellung der Plattform, Konzeption des Workshop-Programms.
Pilot-Workshops
Erste Workshops mit Vor-/Nach-Quiz, Feedback-Sammlung und Anpassungen.
Erweiterte Ausrollung
Ausweitung auf 4 bis 6 Einrichtungen, Veröffentlichung unter Creative Commons, Lehrkräfteschulung.
Virtuelles Treffen und Bilanz
Austausch zwischen französischen und peruanischen Schülerinnen und Schülern, partizipative Bilanz und Verbreitung der Ergebnisse.
Nach dem Projekt
Die Ressourcen bleiben frei zugänglich unter Creative-Commons-Lizenz, mit einem herunterladbaren Facilitator-Leitfaden: Jede Lehrkraft kann die Workshops ohne Begleitung und ohne Kosten reproduzieren, weit über die anfängliche Finanzierungsdauer hinaus.